Schäferhunde



Ursprungsland
Deutschland
Erscheinungsbild
Zu Recht wird dieser Hund öfters auch
Wolfhund genannt. Dieser mittelgroße Gebrauchshund ist wohl die weit
verbreitenste Hunderasse, zumindest aber im europäischen Raum.
Der deutsche Schäferhund ist etwas länger als hoch, kraftvoll und gut bemuskelt mit trockenem Knochenbau. Sein Fell schützt ihn auch bei recht kalter Witterung.
Er vermittelt ein Bild von Kraft, Intelligenz und Gewandtheit und zeigt harmonische Proportionen.
Wesen
Die Gedanken an Rotkäppchen und den
bösen Wolf treffen hier nicht zu. Der Schäferhund wird unschuldig geboren und
ist von seiner Natur her sehr gutmütig, hilfsbereit, arbeitsfreudig und
aufmerksam.
Durch seine außerordentliche Lernfähigkeit fällt es aber oftmals nicht schwer, von seinem Verhalten und Auftreten auch Charakterzüge seines Herrn zu erkennen.
Herkunft
Blickt man in der Literatur zurück (Strebel,
Alb. Heim, Prof. Th. Studer oder H. Räber), und zwar vor die Gründung des
deutschen Schäferhundevereins (SV) durch den Kgl.preuss. Rittmeister a. D. Max von Stephanitz und A. Meyer im Jahre 1899, stellt
man fest, dass es bereits im Jahre 1891 in der Schweiz ein Standard für deutsche
Schäferhunde gab.
So weiß man, dass eine Urgrossmutter (Mores Plieningen) des
Stammvaters dieser Hunderasse, Hektor von Linksrhein umbenannt auf Horand
Grafrath, aus einer Kreuzung zwischen Wolf und Schäferhunden entstammte. Dies
bestätigte dazumal Rittmeister Stephanitz dem Schweizer Schäferhunde Club
Gründer Otto Rahm, Wohlen (AG). So wurden z.B. bereits 1883 einige Schäferhunde
aus dem deutschen Leonberg in Zürich ausgestellt, die unübersehbaren
Wolfsausdruck gehabt hatten. Zwischen 1870 und 1900 wurden immer wieder
Einkreuzungen zwischen Wölfen und Schäferhunden registriert. In Schwaben hieß es nämlich, Wolfsblut soll vor Staupe schützen, was natürlich nicht stimmte.
Im Laufe des 20 Jahrhunderts überlebte diese Rasse zwei Weltkriege, was jedes mal mit einem großen Verlust des Zuchtpotentials verbunden war, wurden diese Hunde doch vielseitig in vielen Bereichen der deutschen Wehrmacht eingesetzt. Sogar Hitler besaß eine Schäferhündin mit dem Namen Blondie.
So war es auch ein US
Offizier der nach dem Krieg einen deutschen Schäferhund nach Hollywood brachte,
worauf die Rin-Tin-Tin Filme entstanden, welche dem deutschen Schäferhund große
weltweite Bekanntheit und Popularität verliehen.
Außer den schnellsten Windhunden, gibt es heute keine Hunderasse die derartig hohe Preise für Auslesehunde bei Liebhabern erzielt. So soll in den 80er Jahren der Ausleserüde Uran vom Wildsteiger Land für eine halbe Million deutsche Mark in den nahen Osten verkauft worden sein.
Dass sich kommerziell orientierte Zielsetzungen auf Schönheitszucht nicht sonderlich positiv auf die Gebrauchseigenschaften und Anatomie des deutschen Schäferhundes auswirkten, steht auf einem andern Blatt Papier.
Standard
Allgemeines
Erscheinungsbild
Der
Deutsche Schäferhund ist mittelgroß, leicht gestreckt, kräftig und gut
bemuskelt, die Knochen trocken und das Gesamtgefüge fest.
Wichtige Maßverhältnisse
Die
Widerristhöhe beträgt für Rüden 60 cm bis 65 cm, bei Hündinnen 55 cm bis 60 cm.
Die Rumpflänge übertrifft das Maß der Widerristhöhe um etwa 10 - 17%.
Wesen
Der
Deutsche Schäferhund muss vom Wesensbild her ausgeglichen, nervenfest,
selbstsicher, absolut unbefangen und (ausserhalb einer Reizlage) gutartig sein,
dazu aufmerksam und führig. Er muss Mut, Kampftrieb und Härte besitzen, um als
Begleit-, Wach-, Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet zu sein.
Kopf
Der Kopf ist keilförmig, der Körpergröße entsprechen (Länge etwa 40% der Widerristhöhe), ohne plump oder überstreckt zu sein, in der Gesamterscheinung trocken zwischen den Ohren mäßig breit.
Die Stirn ist von vorn und von der Seite gesehen nur wenig gewölbt und ohne oder mit nur schwach angedeuteter Mittelfurche.
Das Verhältnis von Oberkopf zu Gesichtsteil beträgt 50% zu 50%. Die Oberkopfbreite entspricht in etwa der Oberkopflänge. Der Oberkopf geht (von oben gesehen) von den Ohren zur Nasenkuppe sich gleichmäßig verjüngend mit schräg verlaufendem, nicht scharf ausgebildetem Stirnabsatz in den keilförmig verlaufenden Gesichtsteil (Fangteil) des Kopfes über.
Ober- und
Unterkiefer sind kräftig ausgebildet. Der Nasenrücken gerade, eine Einsattelung
oder Aufwölbung ist nicht erwünscht. Die Lippen sind straff, gut schließend und
von dunkler Färbung.
Nase
Die
Nase muss schwarz sein.
Gebiss
Das Gebiss muss kräftig, gesund und vollständig sein (42 Zähne gemäß der Zahnformel).
Der Deutsche Schäferhund hat ein Scherengebiss, d.h. die Schneidezähne müssen scherenartig ineinander greifen, wobei die Schneidezähne des Oberkiefers scherenartig die des Unterkiefers überschneiden.
Auf-, Vor- und Rückbiss ist fehlerhaft, ebenso größere Zwischenräume zwischen den Zähnen (lückenhafte Stellung). Fehlerhaft ist ebenso die gerade Zahnleiste der Schneidezähne.
Die
Kieferknochen müssen kräftig entwickelt sein, damit die Zähne tief in die
Zahnleiste eingebettet sein können.
Augen
Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, etwas schräg liegend und nicht hervortretend.
Die Farbe
der Augen soll möglichst dunkel sein. Helle, stechende Augen sind nicht
erwünscht, da sie den Ausdruck des Hundes beeinträchtigen.
Ohren
Der
Deutsche Schäferhund hat Stehohren von mittlerer Größe, die aufrecht und
gleichgerichtet getragen werden (nicht seitwärts eingezogen), sie sind spitz
auslaufend und mit der Muschel nach vorn gestellt. Kippohren und Hängeohren sind
fehlerhaft. In der Bewegung bzw. Ruhestellung nach hinten angelegt getragene
Ohren sind nicht fehlerhaft.
Hals
Der
Hals soll kräftig, gut bemuskelt und ohne lose Kehlhaut (Wamme) sein. Die
Zuwinkelung zum Rumpf (Horizontale) beträgt ca. 45%.
Körper
Die Oberlinie verläuft vom Halsansatz an über den gut ausgebildeten Widerrist und über den zur Horizontalen ganz leicht abfallenden Rücken bis zur leicht abfallenden Kruppe ohne sichtbare Unterbrechung.
Der Rücken ist fest, kräftig
und gut bemuskelt. Die Lende ist breit, kräftig ausgebildet und gut bemuskelt.
Die Kruppe soll lang und leicht abfallend (ca. 23° zur Horizontalen) sein und
ohne Unterbrechung der Oberlinie in den Rutenansatz übergehen.
Brust
Die
Brust soll mäßig breit sein, die Unterbrust möglichst lang und ausgeprägt. Die
Brusttiefe soll etwa 45% bis 48% der Widerristhöhe betragen. Die Rippen sollen
mäßige Wölbung ausweisen, tonnenförmige Brust ist ebenso fehlerhaft wie Flachrippigkeit.
Rute
Reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, jedoch nicht über die Mitte des Hintermittelfußes hinaus.
Sie ist an der Unterseite etwas länger behaart und wird in sanft herabhängendem Bogen getragen, wobei sie in der Erregung und in der Bewegung stärker angehoben getragen wird, jedoch nicht über die Horizontale hinaus.
Operative
Korrekturen sind verboten.
Gliedmassen - Vorhand
Die Vordergliedmassen sind von allen Seiten gesehen gerade, von vorn gesehen absolut parallel.
Das Schulterblatt und der Oberarm sind von gleicher Länge und mittels kräftiger Bemuskelung fest am Rumpf angelagert. Die Winkelung von Schulterblatt und Oberarm beträgt im Idealfall 90°, im Regelfall bis 110°.
Die Ellenbogen
dürfen weder im Stand noch in der Bewegung ausgedreht werden und ebenso nicht
eingedrückt sein. Die Unterarme sind von allen Seiten gesehen gerade und
zueinander absolut parallel stehend, trocken und fest bemuskelt. Der
Vordermittelfuß hat eine Länge von ca. 1/3 des Unterarmes und hat einen Winkel
von ca. 20° bis 22° zu diesem. Sowohl ein zu schräg stehender Vordermittelfuß
(mehr als 22°) als auch ein steil stehender Vordermittelfuß (weniger als 20°)
beeinträchtigen die Gebrauchseignung, insbesondere die Ausdauerfähigkeit.
Pfoten
Sind
geschlossen, leicht gewölbt, die Ballen hart und von dunkler Farbe, die Nägel
kräftig, gewölbt und ebenfalls von dunkler Farbe.
Hinterhand
Die Stellung der Hinterläufe ist leicht rückständig, wobei die Hintergliedmassen von hinten gesehen parallel zueinander stehen, Oberschenkel und Unterschenkel sind von annähernd gleicher Länge und bilden einen Winkel von ca. 120°, die Keulen sind kräftig und gut bemuskelt.
Die Sprunggelenke sind kräftig ausgebildet und fest, der Hintermittelfuß steht senkrecht unter dem Sprunggelenk.
Gangwerk
Der Deutsche Schäferhund ist ein Traber, die Gliedmassen müssen in Länge und Winkelungen so aufeinander abgestimmt sein, dass er ohne wesentliche Veränderung der Rückenlinie die Hinterhand bis zum Rumpf hin verschieben und mit der Vorhand genau soweit ausgreifen kann. Jede Neigung zur Überwinkelung der Hinterhand mindert die Festigkeit und die Ausdauer und damit die Gebrauchstüchtigkeit. Bei korrekten Gebäudeverhältnissen und Winkelungen ergibt sich ein raumgreifendes, flach über den Boden gehendes Gangwerk, das den Eindruck müheloser Vorwärtsbewegungen vermittelt.
Bei einem nach vorn geschobenen Kopf und leicht
angehobener Rute ergibt sich bei einem gleichmäßigen und ruhigen Trab eine von
den Ohrenspitzen über den Nacken und Rücken bis zum Rutenende verlaufende
weichgeschwungene und nicht unterbrochene Rückenlinie.
Haut
Die Haut
ist (lose) anliegend, ohne jedoch Falten zu bilden.
Haarkleid - Beschaffenheit des Haares
Die korrekte Behaarung für den Deutschen Schäferhund ist das Stockhaar mit Unterwolle. Das Deckhaar soll möglichst dicht, gerade, harsch und fest anliegend sein.
Am Kopf einschließlich des Ohrinneren, an der Vorderseite der Läufe, an Pfoten und Zehen kurz, am Hals etwas länger und stärker behaart.
An
der Rückseite der Läufe verlängert sich das Haar bis zum Vorderwurzelgelenk bzw.
bis zum Sprunggelenk, an der Rückseite der Keulen bildet es mäßige Hosen.
Farben
Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen, Schwarz einfarbig, grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske.
Unauffällige, kleine weiße Brustabzeichen sowie helle Innenseiten sind zugelassen, aber nicht erwünscht.
Die Nasenkuppe muss bei allen Farbschlägen schwarz sein. Fehlende Maske, helle bis stechende Augenfarbe sowie helle bis weißliche Abzeichen an Brust und Innenseiten, helle Krallen und rote Rutenspitze sind als Pigmentschwäche zu bewerten.
Die Unterwolle zeigt einen leichten Grauton. Die Farbe weiß ist nicht
zugelassen.
Größe / Gewicht
Rüden; Widerristhöhe zwischen 60 cm bis 65 cm, Gewicht von 30 kg bis 40 kg,
Hündinnen; Widerristhöhe zwischen 55 cm bis 60 cm, Gewicht von 22 kg bis 32 kg.